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TU Berlin

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Interdependenzen - Künste und künstlerische Techniken

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Interdependenzen - Künste und künstlerische Techniken

Forschungsprojekt des Fachgebiets Kunstgeschichte – Institut für Kunstwissenschaft und Historische Urbanistik

Koordination:
Prof. Dr. Magdalena Bushart und Henrike Haug

INTERDEPENDENZEN IV

UNZEITGEMÄßE TECHNIKEN? ZUR WIEDERAUFNAHEM UND FORTSETZUNG KÜNSTLERISCHER VERFAHREN

Donnerstag, 11. bis Samstag 13. Juni 2015

TU Berlin, Hauptgebäude, Raum H 3005, Straße des 17. Juni 135, 10623  Berlin

Künstlerische Techniken und Verfahren entstehen und verschwinden; dieser historische Wandel gilt als wesentlicher Motor für eine Weiterentwicklung der Künste. Was aber passiert, wenn das Wissen um bestimmte Arbeitsweisen, Handlungen und Praktiken nicht erlischt, sondern reaktiviert wird? Wenn es wieder belebt, wieder entdeckt, neu eingeübt werden soll oder muss? Die vierte Tagung des Forschungsprojektes ‚Interdependenzen. Künste und künstlerische Techniken’ fragt nach den ‚unzeitgemäßen’ Techniken und zweifelt dabei bewusst die traditionellen kunsthistorischen Entwicklungsmodelle an. Es soll nicht darum gehen, Fortschritts- oder Verfallsgeschichten weiterzuschreiben, sondern die historiographischen Anachronien zu berücksichtigen, die aus der „Wiederbelebung“ als einer Figur der Nachträglichkeit resultieren. Erst die Reaktivierung eines Vergangenen setzt die Techniken in ein spannungsreiches Verhältnis zueinander und definiert, was unter „alt“ und „neu“ zu verstehen ist.

Das aktuelle Programm finden Sie hier. (PDF, 9,2 KB)

INTERDEPENZEN III

SPUR DER ARBEIT. OBERFLÄCHE UND WERKPROZESS

Donnerstag, der 17. Juli bis Samstag, der 19. Juli 2014

So langlebig das Idealmodell eines „autonomen“, von allen Entstehungsspuren befreiten Artefakts war (und ist), hat es doch wenig mit der künstlerischen Praxis zu tun. Vor allem die Oberfläche weist in ihrer Beschaffenheit in vielfältiger Weise auf den Werkprozess zurück: in Form von (Arbeits-)Spuren, die (vorsätzlich oder unbewusst) im Werk belassen worden sind. Das gilt keinesfalls nur für die Moderne, in der die Oberflächengestaltung wesentliches Moment einer „technique of originality“ (Richard Shiff) geworden ist, sondern auch für die ältere Kunst. Hier wie dort finden sich Spuren der Arbeit, die Rückschlüsse auf künstlerische Haltungen und Handlungen zulassen. Sie können absichtsvoll gesetzt sein, etwa, wenn die Materialität beziehungsweise der mediale Charakter der Werke herausgestellt oder eine spontane Geste und mit ihr ein performativer Akt behauptet wird. Bisweilen geben sie auch entgegen den Intentionen des Künstlers Auskunft über einzelne Arbeitsschritte, über Probleme bei der Materialbearbeitung oder bei der Realisierung eines ursprünglichen Konzepts. Und schließlich können die Spuren absichtsvoll in die Irre führen; in diesem Fall entsprechen die Informationen, die die Oberflächenbehandlung gibt, nicht oder nur bedingt dem tatsächlichen Werkprozess.

Den Programmflyer zur dritten Interdependenzen-Tagung finden Sie hier (PDF, 13,8 MB).

INTERDEPENDENZEN II:

FORMLOS - FORMBAR. DAS MATERIAL BRONZE ZWISCHEN MÖGLICHKEIT UND HERAUSFORDERUNG

Donnerstag, 6. Juni bis Samstag, 8. Juni 2013

Ein bronzenes Bildwerk ist Ausdruck höchsten artificiums: Es kündet von der großen Meisterschaft des ausführenden Künstlers ebenso wie von der Potenz des Auftraggebers und definiert sich, insbesondere in Aufgaben wie dem (Kirchen-)Portal oder dem Reiterstandbild, über die Traditionen der Antike. Als Material stellt Bronze einen hohen gestalterischen und technischen Anspruch und bietet zugleich die Möglichkeit, die Grenzen der Bildhauerei auszuloten – etwa in formalen Lösungen, die Schwere und Schwerelosigkeit zugleich thematisieren. Dabei stehen künstlerische Invention und technisches Vermögen in einem spannungsreichen Verhältnis zueinander; die technische Leistung, eine Statue in einem Stück zu gießen, muss sich keineswegs in der formalen Gestaltung niederschlagen, zumal die Realisierung der Entwürfe in der Regel nicht von den Künstlern selbst verantwortet, sondern hochspezialisierten Gießmeistern übertragen wurde.

Ziel der Tagung ist es, die technische Herausforderung und das gestalterische Potential des Materials in ihren Auswirkungen auf die unterschiedlichen künstlerischen Lösungen zu untersuchen. Dabei wird bewusst auf eine zeitliche Eingrenzung verzichtet, um ein umfassendes Bild möglicher künstlerischer und kunsttechnischer Positionen zu erhalten. Es wird ebenso nach den materialspezifischen Eigenschaften von Bronze und ihrem Einfluss auf die formale Lösung zu fragen sein wie nach der Relation zwischen formgebendem Gestaltungs- und ausführendem Werkprozess oder nach der Rolle, die Material und Herstellung des Entwurfsmodells für die endgültige Form der Bronzeplastik spielen. Daran schließen sich Überlegungen an, ob es im Falle der Bronze eine spezifische ‚Materialikonographie’ gibt und wie stark die dem Material inhärenten Eigenschaften auf den kunsttheoretischen Diskurs zurückgewirkt haben.

Den Programmflyer zur zweiten Interdependenzen-Tagung finden Sie hier. (PDF, 220,1 KB)

INTERDEPENDENZEN I:

KÜNSTE UND KÜNSTLERISCHE TECHNIKEN 1430-1550

Freitag, 9. Dezember bis Sonntag, 11. Dezember 2011

Technische Innovationen ermöglichen nicht nur neue Produktionsverfahren, sondern eröffnen stets auch neue Möglichkeiten der Formgebung. Zugleich wirken sie auf bereits etablierte Verfahren, Medien und Gattungen zurück. Den Interdependenzen zwischen den Künsten und den künstlerischen Techniken geht ein Projekt am Institut für Kunstwissenschaft und Historische Urbanistik an der TU Berlin nach.

Ziel ist es, parallel Phänomene in den Bildgattungen durch die Jahrhunderte zu analysieren, das innovative Potential unterschiedlicher Verfahren in den Blick zu nehmen und nach deren Bedeutung für Transformationen in Stil, Ikonographie und Funktion zu fragen.

Die erste Tagung ist dem Zeitraum gewidmet, in dem Differenzen zwischen künstlerischen Konzepten und deren Umsetzung in der Praxis greifbar werden: den Jahren zwischen 1430 und 1550. Auf der einen Seite standen Experimente mit neuen Materialien und Verfahren – der zunehmende Einsatz ölhaltiger Bindemittel, die Einführung und Weiterentwicklung druckgrafischer Verfahren, die Wiederentdeckung des großformatigen Bronzegusses und des Hohltreibens - auf der anderen Seite kunsttheoretische Modelle, die programmatisch eine Entmaterialisierung der Kunst forderten und damit die Marginalisierung handwerklich-technischer Aspekte betrieben. In diesem Spannungsfeld soll die Rolle der künstlerischen Techniken untersucht und dem Verhältnis von technischen und künstlerischen Innovationen nachgegangen werden.

Den Programmflyer zur ersten Interdependenzen-Tagung finden Sie hier. (PDF, 7,5 MB)

Publikationen

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Die Ergebnisse der Tagungen erschienen in der Reihe ‚Interdependenzen. Künste und künstlerische Techniken’ im Böhlau-Verlag, Berlin.
Weitere Informationen zur Publikation finden Sie hier. (PDF, 176,5 KB)



Band 1:

INTERDEPENDENZEN I: KÜNSTE UND KÜNSTLERISCHE TECHNIKEN 1430-1550 erscheint im Frühjahr 2015.










Aus dem Inhalt:


Magdalena Bushart und Henrike Haug
Künste und künstlerische Techniken 1430–1550

Marco Collareta
Per la fama di Maso Finiguerra. Ruhm und Wirkung eines Florentiner Goldschmieds

Laura Goldenbaum
Der Abdruck als Faszinosum. Zur innovativen Gusstechnik des quattrocentesken Bronzegisants am Beispiel der Grabfigur des Mariano Sozzini im Museo Nazionale del Bargello

Brigit Blass-Simmen
Wer von der Welt nicht vergessen ... Die Porträtmedaille als neues Medium und das frühe Bildnis in der italienischen Malerei

Ronny F. Schulz
Das Privileg des Pyrgoteles und die frühen chiaroscuro-Drucke

Martin Hirsch
Die Wiederentdeckung des Steinschnitts in der Florentiner RenaissanceBeate FrickeMaleremail. Ursprung und Funkensprung zwischen syrischem Emailglas und Lasurmalerei

Juliane von Fircks
»Den Glanz des Goldes mit Farben nachahmen«. Gemusterte Seidenbrokate in der Tafelmalerei des 14. und 15. Jahrhunderts

Magdalena Bushart
Mediale Fiktionen. Die chiaroscuro-Holzschnitte von Hans Burgkmair und Jost de Negker

Anne Bloemacher
Von der Virtuosität zum System. Marcantonio Raimondi und das Scheitern des malerischen Kupferstichs

Iris BrahmsSchnelligkeit als visuelle und taktile Erfahrung. Zum chiaroscuro in der venezianischen Zeichenpraxis

Ulrike Müller-Hofstede
Kompromisse – künstlerisch. Zum Ineinandergreifen von Experiment, technischer Innovation und künstlerischer Entscheidung – Adaptionsleistungen des artifex am Beispiel des David von Michelangelo

Edgar Lein
Aus Dichtung und Wahrheit – zur Entstehungsgeschichte von Benvenuto Cellinis PerseusHenrike HaugOberfläche und Hintergrund. Wenzel Jamnitzers graphische Inventionen    

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Technische Universität Berlin
Institut für Kunstwissenschaft
und Historische Urbanistik
Sekr. A 56
Fachgebiet Kunstgeschichte
Straße des 17.Juni 150/52
D-10623 Berlin