direkt zum Inhalt springen

direkt zum Hauptnavigationsmenü

Sie sind hier

TU Berlin

Inhalt des Dokuments

Zur Geschichte der kunstwissen- schaftlichen Fachgebiete an der Technischen Universität Berlin

Schon in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde an den Vorgängerinstitutionen der TU (Bauakademie und Gewerbeakademie) das Fach Kunstgeschichte gelehrt. Von daher stammt unsere auch heute noch gültige Profilierung einer anwendungs- und objektbezogenen Ausrichtung der Wissenschaft. Seit der Gründung der Königlich Technischen Hochschule Charlottenburg 1879 war das Fach durch einen Lehrstuhl mit Promotionsrecht vertreten und gilt damit als ältestes geisteswissenschaftliches Fach der TU. In dieser ersten, bis 1968 andauernden Phase hatte die Kunstwissenschaft überwiegend eine Servicefunktion. Zu den Hochschullehrern gehörten mehrere bekannte Kunstwissenschaftler mit Schwerpunkten in der Geschichte der Architektur, des Kunstgewerbes und der Bildkünste, spezialisiert auf die Kunstgeschichte Deutschlands und Italiens. Nach der Neugründung der Hochschule als Technische Universität 1949 sollte die Kunstgeschichte im Rahmen eines Studium generale an der neuen Fakultät Geisteswissenschaften die Rolle einer humanistisch und historisch geprägten "Begleitung" der Technik- und Naturwissenschaften wahrnehmen. In der zweiten, ab 1968 einsetzenden Phase etablierte sich das nun im Institut für Geschichte und Kunstgeschichte angesiedelte Fachgebiet erstmals mit einem eigenständigen Magisterstudiengang. Der Horizont öffnete sich auf viele Facetten der europäischen Kunst, darunter Frankreichs, Englands und Osteuropas, sowie auf die Entwicklungen der Moderne einschließlich des unliebsamen Erbes des Nationalsozialismus.

Die TU-Kunstwissenschaft hat insbesondere in den letzten fünfundzwanzig Jahren seit der Wiedervereinigung 1990 im Zuge der Neuordnung der Berliner Hochschul- und Forschungslandschaft durch ihre renommierten HochschullehrerInnen, durch klare Profilierung, institutionelle, interdisziplinäre und internationale Vernetzungen sowie engagierte Forschungen und Stellungnahmen zu kunst- und denkmalpolitischen Fragen einen hervorragenden Ruf gewonnen, was sich auch an den ständig steigenden Zahlen von Studierenden, Magister- bzw. Bachelor- und Masterabschlüssen, Promotionen und Habilitationen zeigt. Im Zuge der in die Struktur der Fakultät schmerzlich einschneidenden Hochschulreformen 2005-2007 wurden die seither am neubegründeten Institut für Kunstwissenschaft und Historische Urbanistik wirkenden Fachgebiete der Kunstgeschichte in der jüngsten Entwicklungsphase komplementär zu den Schwerpunkten der Berliner Schwesteruniversitäten reprofiliert: Dazu gehört die tragende Rolle im interdisziplinären Bachelor-Studiengang "Kultur und Technik" und der eigenständige Masterstudiengang "Kunstwissenschaft" mit den beiden Schwerpunkten "Kunstwissenschaft und Kunsttechnologie" und "Kunstwissenschaft und Museum". Forschung und Lehre umfassen ein breites Spektrum von Fragen zur Materialität und zu technisch-naturwissenschaftlichen und geistes- bzw. kulturgeschichtlichen Grundlagen der Bildenden Künste und des Kunstgewerbes vom Mittelalter bis in die Moderne, zur Architektur, Stadtbau- und Gartenkunst, namentlich zu den aktuellen Herausforderungen des jüngeren architektonischen Erbes sowie zur steigenden Bedeutung der Konservierungs-, Ausstellungs-und Museumswissenschaften, die in enger Kooperation mit den Denkmalbehörden, Archiven und den Staatlichen Museen zu Berlin durchgeführt werden.

Juli 2016
Adrian von Buttlar
(unter Verwendung von Vorarbeiten von Christoph Brachmann)

Zusatzinformationen / Extras

Direktzugang

Schnellnavigation zur Seite über Nummerneingabe