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TU Berlin

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Kunsthistorisches Projekt zur Erforschung einer „Geteilten Sammlung“

Graphische Bestände des ehemaligen Kölner Jesuitenkollegs in Paris.

Der Kölner Gymnasial- und Stiftungsfonds vergab im Sommer 2006 ein Forschungsstipendium zur Erforschung des in Paris befindlichen Teils der graphischen Sammlung des ehemaligen Kölner Jesuitenkollegs. Nach erfolgter Ausschreibung wurde das Stipendium an Frau Dr. des. Claudia Schwaighofer vergeben. Die wissenschaftliche Betreuung übernimmt Frau Prof. Dr. Bénédicte Savoy, Institut für Geschichte und Kunstgeschichte (TU Berlin) in Kooperation mit dem Zentralinstitut für Kunstgeschichte (München), und dem Deutschen Forum für Kunstgeschichte (Paris).

Nachdem im Frühjahr 1794 die linksrheinischen Gebiete durch die französische Revolutionsarmee erobert worden waren, wurde die freie Reichsstadt Köln im Oktober desselben Jahres eingenommen. In den besetzten Gebieten wurden sämtliche Kunst- und Kulturgüter durch die Commission des sciences et arts konfisziert und nach Paris gesandt. Am 5. November 1794 verschafften sich die Kunstkommissare Charles Dewailly (1729–1798), Gaspard-Michel Leblond (1738–1809), Barthélemy Faujas de Saint-Font (1741–1814) und André Thouin (1747–1823) Zutritt zur Bibliothek des ehemaligen Kölner Jesuitenkollegs. Dort befand sich die graphische Sammlung, die in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts zu Unterrichts- und Lehrzwecken am Gymnasium Tricoronatum eingerichtet worden war. Sie umfasste rund 33 000 Blatt und galt in ihrer Art als einzigartig in Europa. Zu ihrem Bestand gehörten beispielsweise Originalgraphiken von Albrecht Dürer oder Hendrick Goltzius ebenso wie Reproduktionsgraphiken der Werke Michelangelos, Raphaels oder Tizians. Stellvertretend für den Zeichnungsbestand sei auf jeweils zwei Bände mit Landschaftsdarstellungen von Paul Brill und Pieter Brueghel sowie auf weitere zehn Bände mit Zeichnungen des römischen Barockmalers Carlo Maratti und dessen Werkstatt verwiesen. Die insgesamt 215 Klebebände mit fast 27 000 Blättern Druckgraphik und über 6000 Zeichnungen wurden in den ersten Monaten des Jahres 1795 in der Pariser Bibliothèque Nationale registriert. 1815 konnte der Volontär-Offizier H. Eberhard von Groote nur 7470 Druckgraphiken und 523 Zeichnungen nach Köln zurückbringen, die dort in das Eigentum des Kölner Gymnasial- und Stiftungsfonds übergingen. Diese befinden sich heute im Besitz des Wallraf-Richartz-Museums/ Fondation Corboud. Der weitaus größere Teil der Sammlung blieb in Paris und ist in den Beständen der Bibliothèque Nationale sowie in der Graphischen Sammlung des Louvre zu finden. Ziel des Forschungsprojektes ist die Aufarbeitung des in der Bibliothèque Nationale und im Louvre verbliebenen Teils der Sammlung. Der französische Bestand soll gesichtet, identifiziert und erfasst werden. Ebenso soll die Geschichte der jesuitischen Sammlung seit dem Abtransport aus Köln im Jahr 1794 historisch dokumentiert werden.

Das Projektteam setzt sich wie folgt zusammen:

Wissenschaftliche Leitung:
Frau Prof. Dr. Bénédicte Savoy, Institut für Geschichte und Kunstgeschichte, TU Berlin

Projektkoordination:
Tanja Ahrendt, Kölner Gymnasial- und Stiftungsfonds

Kooperationspartner:

Zentralinstitut für Kunstgeschichte, München
Deutsches Forum für Kunstgeschichte, Paris

Bearbeitung und Ausführung:

Frau Dr. des. Claudia Schwaighofer

Frau Dr. des. Claudia Schwaighofer

Lupe

Frau Dr. des. Claudia Schwaighofer wurde 1972 in München geboren und studierte Mittlere und Neuere Kunstgeschichte, Neuere Deutsche Literatur und Markt- und Werbepsychologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Sie promovierte 2006 bei Prof. Dr. Frank Büttner zum Thema „Von der Kennerschaft zur Wissenschaft. Reproduktionsgraphische Mappenwerke nach Zeichnungen 1726–1857“. Frau Dr. des. Schwaighofer war an verschiedenen Ausstellungsprojekten beteiligt, u.a. am Kunsthistorischen Institut der LMU München und den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen.

Publikationsliste

  • „Die Œuvres Lithographiques von Strixner und Piloty“, in: Jubiläumsausstellung der Staatlichen Graphischen Sammlung München 2008 (in Vorbereitung).
  • „Maria Katharina Prestel – eine Künstlerin auf dem Gebiet der Reproduktionsgraphik“, in: Frankfurter Frauenzimmer. Ausstellungsprojekt des Historischen Museums in Frankfurt a. M. 2007 (in Vorbereitung).
  • „Die Heilig Kreuz Kirche in Nürnberg-Schweinau“, in: O. A. Gulbransson – die Kirchen. (Deutscher Kunstverlag Berlin, im Druck).
  • Die Kunst der Nachahmung. Dürer, Carracci und Parmigianino in den Reproduktionsgraphiken der Nürnbergerin Maria Katharina Prestel (1747–1794), Stuttgart 2006.
  • „Nero auf den Trümmern Roms“, in: Großer Auftritt. Piloty und die Historienmalerei, hrsg. v. Reinhold Baumstark und Frank Büttner, Ausst. Kat. Neue Pinakothek München 2003, S. 234–248.
  • Katalogbeiträge zu den Plakaten von Franz von Stuck in: Blickpunkt 1926. Die Anfänge der Neuen Sammlung in München: Internationale Plakate, hrsg. v. Florian Hufnagl und Robert Stalla, Ausst. Kat. Die Neue Sammlung, Staatliches Museum für angewandte Kunst München 2002, S. 46 f., S. 58 f.
  • Katalogbeiträge in: Es muss nicht immer Rembrandt sein... Die Druckgraphiksammlung des Kunsthistorischen Instituts München, hrsg. v. Robert Stalla, Ausst. Kat. München/Landshut/Rosenheim 1999.

Zusatzinformationen / Extras

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Institut für Kunstwissenschaft
und Historische Urbanistik
Sekr. A 56
Fachgebiet Kunstgeschichte
Straße des 17.Juni 150/52
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