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TU Berlin

Inhalt des Dokuments

Dr. Elsa van Wezel

Institut für Museumsforschung

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Lehrveranstaltung

SE 3132 L 547:
Die Besucher des Alten und Neuen Museums in Berlin 1830–1880

So gut die Konzeptions-, Bau- und Sammlungsgeschichte neben den Präsentationsweisen für die beiden ersten Berliner Museen, das Alte und das Neue Museum, mittlerweile erforscht sind, so wenig wissen wir bislang über deren damalige Besucher besonders in der Anfangsphase. Das Seminar konzentriert sich dabei auf die Periode zwischen der Eröffnung des Alten Museums 1830 und der Ausgliederung der kunstgewerblichen, prähistorischen und ethnografischen Sammlungen aus dem Neuen Museum (1880er Jahre). Die 2013 erschienene beeindruckende Anthologie Die Berliner Museumsinsel, Impressionen Internationaler Besucher (1830–1990), deren Fokus auf der gesamten Museumsinsel sowie hauptsächlich auf den Besuchern aus dem nichtdeutschsprachigen Raum lag, dient dazu als Einstieg und Ausgangspunkt.
Bereits vorliegende Studien machen deutlich, dass die Direktoren des Alten und des Neuen Museums von der ethisch erhebenden Funktion ihrer musealen Inszenierungen überzeugt waren. Im Rahmen des Seminars soll versucht werden, diesen hohen moralischen Anspruch mit Blick auf die Besucher zu hinterfragen: Wie kamen die Museumsinszenierungen des Alten und Neuen Museums an? Aus welchen sozialen Schichten kamen die Besucher? Wurden die Museen ihrem prinzipiell humanistischen Programm gerecht und in welcher Weise wandten sie sich an ihr Publikum? In entgegengesetzter Richtung soll den Wahrnehmungen der Besucher nachgespürt werden: Ließen sich die Besucher auf die eventuellen pädagogischen Bemühungen der Museen ein? Von welchen Exponaten fühlten sie sich besonders angezogen? Änderten sich diese Vorlieben im Laufe der Zeit und wodurch? So kann simultan eine umfassende Rezeptionsgeschichte der ursprünglichen Anordnung der beiden ersten Berliner Museen entstehen. Die Ergebnisse dieser Forschungen können aufschlussreiche Erkenntnisse für die internationale Museumsgeschichte liefern und die heutige Besucherforschung um eine historische Dimension bereichern. Im Rahmen des Seminars sollen die im Zentralarchiv der Staatlichen Museen verfügbaren Verwaltungsakten der Museen sowie weitere archivalische Quellen wie Nachlässe, Korrespondenzen, Jahresberichte, Bauakten auf ihren Quellenwert für das spezielle Thema der Besucherforschung befragt werden. Hinzugezogen werden auch Museumsführer und Kataloge aus der zugehörigen Bibliothek.
Das Seminar soll dabei intensiv die Methodik von Archivrecherchen und Quellenkritik vermitteln. Außerdem sollen solide Kenntnisse im Lesen von altdeutscher Schrift (sog. Sütterlin u.a.) erlernt werden. Von den Teilnehmern wird ein Interesse an der Arbeit mit historischen Dokumenten erwartet.

mit Dr. Petra Winter

weitere Informationen im KVV

Vita

  • Studium der Kunstgeschichte und Archäologie an der Universität von Amsterdam (Hauptfach: Geschichte der Architektur; Nebenfächer: Ästhetik und Kulturphilosophi)
  • 2003 Dissertation: Die Konzeptionen des Alten und Neuen Museums zu Berlin und das sich wandelnde historische Bewusstsein, in: Jahrbuch der Berliner Museen, N.F. 43, Beiheft (2001), Berlin 2003.
  • Seit 2003 selbstständige wissenschaftliche Forschungsarbeit und war in verschiedene Werkverträge für die Staatlichen Museen zu Berlin (SMB) tätig.
  • 2007–2010 Wissenschaftliche Mitarbeiterin an einem von der DFG unterstützten Forschungsprojekt zum Thema „Verwissenschaftlichung der musealen Inszenierung“ am Institut für Museumsforschung der SMB in Kooperation mit der Freien Universität Berlin und dem Huizinga-Institut in Amsterdam.
  • In diesem Zusammenhang Mitorganisatorin der internationalen wissenschaftlichen Konferenz Napoleon’s Legacy (Amsterdam 2008) sowie der Tagung anlässlich der Neueröffnung des Neuen Museums (Berlin 2009) und Mitherausgeberin beider dazugehörigen Sammelbände :
    – Napoleon’s Legacy: The Rise of National Museums in Europe 1794-1830
    – Museale Spezialisierung und Nationalisierung ab 1830, Das Neue Museum im internationalen Kontext.
    Beide erschienen in der Reihe Berliner Schriften zur Museumsforschung
    als Bd. 27 (2009) bzw. Bd. 29 (2011); hierin publizierte sie ihre Beiträge zum jeweiligen Thema:
    – ‘Denon’s Louvre and Schinkel’s Alte Museum: War Trophy Museum versus Monument to Peace’ und
    – ‘Ein Paar Kinderschuhe der Menschheit: Die vaterländische und ethnografische Abteilung im Neuen Museum’.
  • Zur Zeit Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Museumsforschung erneut mit einem von der DFG unterstützten Forschungsprojekt zum Thema ‘Die Besucher des Alten und Neuen Museum in Berlin (1830-1880)’.

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Sekr. A 56
Fachgebiet Kunstgeschichte
Straße des 17.Juni 150/52
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