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TU Berlin

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Die Kunst des Erhaltens

Lupe

Vom Umgang mit Veränderungen in Konservierung und Restaurierung

öffentliche Antrittsvorlesung von Honorarprofessor Dr. Stefan Simon

am Mittwoch, 13. November 2013, 18:00 Uhr c.t. in Raum A 151 des Architekturgebäudes der TU Berlin, Straße des 17. Juni 150-152, 10623 Berlin

Bei seiner Entstehung war jedes Kunstwerk, jedes Objekt, jede Stätte, ein Produkt seiner Zeit und entstand in einem ganz spezifischen Kontext. In der modernen Konservierung und Restaurierung steht die Auseinandersetzung mit diesem Kontext am Anfang vor jeglicher Intervention. Aufgespannt wird er von ganz verschiedenen Werten, so z.B. ästhetischen, puristischen, historischen, wissenschaftlichen, sozialen oder monetären, die verschiedene „stakeholder“ mit dem jeweiligen Objekt verbinden. Viele Faktoren beeinflussen und verändern ihn. Gleichsam parallel dazu erfolgen Veränderungen in Material und Objekt, auch die analytischen Möglichkeiten erweitern sich kontinuierlich.

Was soll, was kann eigentlich erhalten werden, das Material oder seine Bedeutung? Die Kunst des Erhaltens, die gute Praxis der Konservierung kann als ein effizienter und gut begründeter Umgang mit Veränderungen zusammengefasst werden. Seit über 125 Jahren beschäftigt sich das Rathgen-Forschungslabor der Staatlichen Museen zu Berlin mit diesen Fragen.

Der Vortrag führt durch die Jahrhunderte, diskutiert die Korrosion von Bronze, die Umwandlung von Pigmenten, die Verwitterung von Naturstein. Das Ausbleichen von Farbmitteln, die mangelhafte Stabilität vieler Polymere des 20. Jahrhunderts, in Designer-Möbeln oder Tonbändern – einem konservierungswissenschaftlichen Labor stellen sich stets neue Herausforderungen.

Immer wieder geht es um die möglichst genaue Erfassung von Schadensfaktoren und der Kinetik der Veränderungsprozesse. Die Übersetzung von Zuständen in reproduzierbar messbare Zahlen mit Hilfe neuer Technologien ist dabei ein Kernziel. Auf vielen Feldern sind wir von Lösungen aber noch weit entfernt. Vor dem Hintergrund der aktuellen Nachhaltigkeitsdebatte um das „Grüne Museum“ und der damit verbundenen Forschungsdesiderate scheint es unabdingbar hier neue Forschungsansätze und Förderstrukturen zu entwickeln.

Prof. Dr. Stefan Simon ist Direktor des Rathgen-Forschungslabors der Staatlichen Museen zu Berlin, Stiftung Preußischer Kulturbesitz und bestellter Inaugural-Direktor des Institute for the Preservation of Cultural Heritage, Yale University, New Haven, CT.

Den Flyer zur vergagenen Veranstaltung finden Sie hier.

 

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Adresse

Technische Universität Berlin
Institut für Kunstwissenschaft
und Historische Urbanistik
Sekr. A 56
Fachgebiet Kunstgeschichte
Straße des 17.Juni 150/52
D-10623 Berlin

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